„Ballett der Boote“ eröffnete die 20. Potsdamer Tanztage
14.Mai 2010 | Kategorie: AktuellesSo ein Projekt gab es noch nie. Das „Ballett der Boote“ auf dem Tiefen See war eine Weltpremiere. Hunderte von Zuschauern drängten sich an der Schiffbauergasse, um den Schiffen zuzusehen.
Dabei wurde Boote zu Tänzern. Olympische Ruderboote zogen elegante Linien gen Glienicker Brücke; Kanus und Kajaks wirbelten schaukelnd neben tuckernden Kuttern. Ein blaues Hausboot und die Huckleberry-Finn-Floße zogen ihre Bahnen. Majestätisch leuchteten weiße Segelboote vor dem Babelsberger Schlosspark.
150 Potsdamer und Berlinerinnen zeigten ein einzigartiges Bootsballett aus der Feder des amerikanischen Choreografen Patrick Scully – ein Jubiläumsgeschenk der fabrik an alle Potsdamer und internationalen Festivalgäste.
Die 20. Potsdamer Tanztage sind in vollem Gange. Es treffen sich hunderte internationale Tänzer, Musiker und Performancekünstler. Nach Angaben der Veranstalter werden bei dem Festival in der Schiffbauergasse insgesamt 17 Produktionen präsentiert. Die Ensembles stammen unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Belgien und Israel. Bis zum 23. Mai sind zahlreiche Tanztheater-, Hip-Hop- sowie Improvisations-Aufführungen zu sehen. Zudem bietet das Festival Workshops, Angebote für Kinder und ein Rahmenprogramm mit mehreren Festen und Bällen. Jeder hat seinen Auftritt.
Größer kann das Festival seinen 20-jährigen Geburtstag kaum feiern. Mit der Ergänzung des Bühnenprogramms mit einem breiten Angebot an Workshops, Zuchauergesprächen und spezielle Formaten für Kinder und Jugendliche führen die Tanztage ihre Tradition fort, Publikum und Künstler besonders nah zueinander zu bringen. Und vor allem: Das Familienfest, die Konzerte, die Partys und die Tango- und Swingbälle machen aus dem Festival, was seinen Namen verspricht: ein richtiges Fest.
DAS PROGRAMM
Fr 14.5. 19:00 Zuschauergespräch mit Martine Pisani
Konzept: Martine Pisani
Darsteller: Nilo Gallego, Theo Kooijman und Ludovic Rivière
Management: Lien Juttet
Produktion: La compagnie du solitaire
Koproduktion: teatro Maria Matos/LISBONNE
Mit Unterstützung von Emmetrop (Bourges) und DMDTS/aide à l’écriture chorégraphique.
Die Compagnie du solitaire wird gefördert vom Ministère de la Culture-DRAC Ile-de-France.
Dauer: ca. 60 Min
14. Mai und 15. Mai 20:00
fabrik, große Bühne
COLLECTIF PETIT TRAVERS [TOULOUSE]
Pan Pot (Deutschlandpremiere)
In „Pan Pot“ verbinden sich humorvoll und charmant klassische Musik und brillante Jonglage. Tanz und Theaterspiel verschmelzen zu einem ungewöhnlichen Erlebnis – magisch, surreal, schwerelos. Dabei sind die drei Darsteller mehr als nur Meister der Jonglage mit feinem Gespür für Rhythmus und Musikalität. Sie erzählen mit Leichtigkeit und Ironie von absurden Beziehungen und zaubern schwebende Linien und Kreise aus hunderten Bällen. Oder sie schenken dem Betrachter den Blick der Reduktion auf gerade einen tanzenden Punkt – ein kleines weißes Punktwesen, das mit einem selbständigen Leben erfüllt zu sein scheint und plötzlich zum Hauptdarsteller wird. Pan Pot eröffnet eine Welt der rhythmischen Grafik und der puren Schönheit von Bewegung im dreidimensionalen Raum.
Im Kollektiv Petit Travers treffen Künstler verschiedener Genres und Gattungen aufeinander: Regisseure, Autoren, Darsteller und Jongleure, Artisten aus Tanz, Musik, Theater, Zirkus und Bildender Kunst. Sie verbindet eine sehr offene Betrachtung von Theater und das Interesse, aus der gegenseitigen Befragung und Inspiration neue Bühnenwelten zu erschaffen.
14. Mai 21:00 Zuschauergespräch mit Collectif Petit Travers
Autoren und Darsteller: Nicolas Mathis, Julien Clément, Denis Fargeton
Pianistin: Aline Piboule
Autor und Beratung: Simon Carrot
Licht: Arno Veyrat
Regie: Francois Dareys
Visuelle Identität: Aude Poirot
Koproduktion: Théâtre Gérard Philipe (Frouard), L’Arche (Béthoncourt), Les Subsistances (Lyon), Pronomade(s) en Haute-Garonne, Les Migrateurs in Zusammenarbeit mit Le Maillon (Straßburg).
Mit Unterstützung von Ramdam (Lyon), Circuits (Auch), La Grainerie (Toulouse), La Maline (Ile-de-Ré), der Zirkusschule Passe-Muraille (Besancon), La Palène (Rillac), dem Festival Escrita no paysagem (Evora), Théâtre de l’Espace (Besancon), Espace Périphérique – La Villette (Paris) und der Stiftung BNP Paribas. Dauer: ca. 55 Min. Internet: www.collectifpetittravers.org
16. Mai und 17. Mai 20:00
T-Werk
ARKADI ZAIDES [TEL AVIV]
Quiet (Deutschlandpremiere)
Vogelschwärme, gleichförmig heranrollende Wellen, Schafsköpfe mit Wolfszähnen, eine Wand aus rotem Ocker wie lehmige erhitzte Erde… oder noch warmes Blut. Ein Bild nur scheinbarer Ruhe. „Quiet“, Titel dieser aufwühlenden und berührenden Arbeit, benennt die Sehnsucht einer Gesellschaft, die sich im fortwährenden Schockzustand befindet und kaum die „Stille“ für Reflexion und Austausch findet. Zaides bringt palästinensische und israelische Darsteller zusammen, die dem Zustand ihres Landes, ihrer eigenen Erfahrung und Sehnsucht nachspüren. Eine unlösbare Aufgabe? Den vier Männern gelingt die behutsame Darstellung emotionaler Landschaften mit körperlicher Innerlichkeit und Kraft. Inmitten dieser Intensität begibt sich die Gruppe auf die Suche nach dem Ort, an dem es möglich ist, seine Dämonen frei zu lassen. Arkadi Zaides ist Choreograf, Tänzer und Lehrer. Geboren in der Sowjetunion, lebt und arbeitet er seit 20 Jahren in Tel Aviv. Nach einem Kunst- und Tanzstudium wird er Teil der renommierten Batsheva Dance Company. Zaides eigene Arbeiten wurden auf Festivals in Israel und weltweit gezeigt.
16. Mai 21:00 Zuschauergespräch mit Arkadi Zaides
Choreografie und Regie: Arkadi Zaides
Dramaturgie: Joanna Lesnierowska
Tänzer: Muhammed Mugrabi, Rabie Khoury, Ofir Yudilevitch, Arkadi Zaides
Musik: Tom Tlalim, Ziv Jacob, Domenico Ferrari, Ran Slavin
Bühnendesign: Klone
Licht: Firas Roby
Kostüm: Salim Schada
Produktion: Yoav Levi
Eine Produktion von Arkadi Zaides in Koproduktion mit Arts Station Foundation Poznan, Poland, mit Unterstützung von Israeli Ministry of Culture and Sport – Dance Department, Teva – Pharmaceutical Industries, Israel Lottery Foundation, Rabinovitch Foundation, Rabeah Morkus Studio for Dance und Movement, the Polish Institute – Tel Aviv.
Das Gastspiel wurde ermöglicht mit Hilfe des Außenministeriums von Israel und der Botschaft des Staates Israel in Berlin. Dauer: 60 Minuten Internet: www.arkadizaides.com
18. Mai und 23. Mai 20:00
fabrik, große Bühne
LIA RODRIGUES / COMPANHIA DE DANÇAS (RIO DE JANEIRO)
Pororoca (Deutschlandpremiere)
Pororoca ist eine Flutwelle, die an der Flussmündung des Amazonas erscheint und mehrere hundert Kilometer landeinwärts mit enormer Gewalt den Fluss überschwemmt. Ein gewaltiges Ereignis, das Wellen, Eroberungen und Verschmelzungen verursacht und essentieller Teil eines fein abgestimmten Ökosystems ist. Überträgt man dieses Bild auf eine Gruppe, meint es die Verschiebungen und Neukonstellationen in einem sozialen Gefüge und untersucht die Emotionen, die dadurch freigesetzt werden. Die Fülle der Bewegung lässt uns die Macht der Welle erahnen. Ausufernde Körperlichkeit trifft auf schmerzlich zerbrechliche Abhängigkeit der Choreografie von der Präzision der Tänzer und Tänzerinnen.
Lia Rodrigues ist Choreografin und Aktivistin. Ihre Entscheidung, in einer Favela in Rio de Janeiro ein Studio aufzubauen und ihre Arbeit dorthin zu verlagern, unterstreicht den Anspruch, Kunst und gesellschaftliche Veränderungen in einer Kontinuität zu sehen und zu leben. Diese Kunst spricht eine deutliche Sprache zwischen realer Auseinandersetzung und ästhetischer Entsprechung im Werk.
18. Mai 21:00 Zuschauergespräch mit Lia Rodrigues
Choreografie: Lia Rodrigues
Darsteller: Amália Lima, Allyson Amaral, Ana Paula Kamozaki, Leonardo Nunes, Clarissa Rego, Carolina
Campos, Thais Galliac, Volmir Cordeiro, Priscilla Maia, Calixto Neto, Lidia Larangeira
Mitarbeit: Jamil Cardoso, Gabriele Nascimento, Jeane de Lima, Luana Bezerra, Gustavo Barros
Choreografische Assistenz: Amalia Lima und Jamil Cardoso
Dramaturgie: Silvia Soter
Licht: Nicolas Boudier
Eine Koproduktion von: Théâtre Jean Vilar (Vitry-sur-Seine), Théâtre de la Ville (Paris), Festival d’Automne (Paris), Centre National de Danse Contemporaine (Angers) und Kunstenfestivaldesarts (Brüssel). Dauer: ca. 60 Min. Internet: www.liarodrigues.com
19. Mai 20:00
Hans-Otto-Theater / Neues Theater
ROSAS / ANNE TERESA DE KEERSMAEKER [BRÜSSEL]
Rosas Danst Rosas
Rosas Danst Rosas ist im Jahr 1983 das erste atemberaubende Stück der frisch gegründeten Kompanie Rosas. Wesentliche Prinzipien der späteren Arbeiten von Anne Teresa De Keersmaeker sind hier bereits formuliert. Bestechend durch die Musikalität, den kargen Purismus und die Präzision der Bewegung schrieb dieser Klassiker des zeitgenössischen Tanzes Geschichte und beeinflusste Generationen von Choreografen. Eine sehr starke, energiegeladene Körperlichkeit, eine durchscheinende kraftvolle Emotionalität, abstrakte Bewegungsabläufe und alltägliche Gesten, die klare visuelle Umsetzung der Musik und einfache Kostüme lenken die Aufmerksamkeit konzentriert auf den Körper, den Raum und die Zeit – archaische Grundlagen des Tanzes.
Anne Teresa De Keersmaeker gründete die Kompanie 1983 mit drei Kolleginnen aus der Tanzschule Mudra von Maurice Béjart – Adriana Borriello, Michèle Anne De Mey und Fumiyo Ikeda. Von 1992 bis 2008 war Rosas Hauskompanie an der Oper in Brüssel. 1995 gründete sie die Performing Arts Research and Training Studios, in denen Studenten aus der ganzen Welt von mehr als 50 Lehrern unterrichtet werden.19.5. 21:50 Zuschauergespräch mit Anne Teresa De Keersmaeker
Choreografie: Anne Teresa De Keersmaeker
Kreation: Adriana Borriello, Anne Teresa De Keersmaeker, Michèle Anne De Mey, Fumiyo Ikeda
Tanz: Tale Dolven, Moya Michael, Sue Yeon Youn, Sandra Ortega
Musik: Thierry De Mey, Peter Vermeersch
Musiker: Thierry De Mey, Walter Hus, Eric Sleichim, Peter Vermeersch
Bühne: Anne Teresa De Keersmaeker
Licht: Remon Fromont
Kostüme: Rosas
Assitenz Bühne und Licht: Davy Deschepper, Bardia Mohammad, Simo Reynders, Jan Herinckx, Wannes De
Rydt, Tom Van Aken und Frank Vandezande
Produktion: Kreiert 1983 von Rosas, Kaaitheater, Klapstuk
Wiederaufnahme 2009: Rosas
Awards: Bessie Award, New York (1988), Eve du Spectacle verliehen von Association des Journalistes du
Spectacle (1989). Dauer: 100 Min. Internet: www.rosas.be
20. Mai 20:00
Hans-Otto-Theater / Reithalle A
HELENA WALDMANN [BERLIN]
BurkaBondage
Wer dominiert? Wer lässt sich dominieren? Da schwebt eine Tänzerin glückselig am Fallschirm, den die andere wie einen Lenkdrachen manövriert, doch in der nächsten Sekunde stutzt sie der Gespielin brutal die Flügel, lässt sie fallen. In Helena Waldmanns fesselnder Performance „BurkaBondage“ verstrickt sich die Freiheit in einem westöstlichen Labyrinth. Hinter einem Schleier scheint sie so absurd wie bei der Fesselkunst des japanischen Bondage – und doch ist Freiheit ohne Bindung ein Verlust. Die Bandage der Verletzten und das Bondage der Geliebten verschaffen dem Körper einen Schutz, der ihn vom Rest der Welt abschirmt. Gibt der Halt der Fessel nach, ist die Hingabe dahin. „BurkaBondage“, ein leidenschaftlicher Lustschmerz-Marathon für zwei Tänzerinnen, ist eine temporeiche Meditation über Bindung und Abhängigkeit.
Helena Waldmann, geboren 1962, gilt als eine der eigenwilligsten Künstlerinnen der aktuellen
Theaterlandschaft. Sie lernte ihr Handwerk u.a. bei Heiner Müller, George Tabori und Gerhard Bohner und
ist diplomierte Theaterwissenschaftlerin. Seit 1991 führt sie Regie und choreografiert im In- und Ausland.
Do 20.5. 21:00 Zuschauergespräch mit Helena Waldmann
Von und mit: Yui Kawaguchi (Tanz), Vania Rovisco (Tanz), Acci Baba (‚Black Person’ und Videoanimation),
Mohammad Reza Mortazavi (Komposition und Live-Musik)
Konzept, Regie, Choreografie: Helena Waldmann
BurkaBondage ist eine Produktion von Helena Waldmann und ecotopia dance productions. In Koproduktion mit Berliner Festspiele, Burghof Lörrach, fabrik Potsdam, Forum Freies Theater Düsseldorf, Festival Theater in Bewegung Jena, Pumpenhaus Münster, Tafelhalle im KunstKulturQuartier Nürnberg, FESTSPIELE im Theater im Pfalzbau Ludwigshafen. Mit freundlicher Unterstützung von ITI Germany und Goethe Institut. Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds. Dauer: 60 min. Internet: www.helenawaldmann.com
20. Mai 20. 21:15 und 22. Mai 20:00
T-Werk
OXYMORON AND FRIENDS [POTSDAM]
Die Festival-Session
Oxymoron ist ein in sich widersprüchliches Begriffspaar, eine zusammengefügte Unvereinbarkeit. Seit Ihrer Gründung 2005 ist die Stil übergreifende Mischung sowohl im Tanz wie auch bei der musikalischen Begleitung ihrer Produktionen ein Markenzeichen der Company. Ebenso zählen Film und Video zu wichtigen Elementen ihrer Arbeit. Im Laufe der letzten 5 Jahre entstanden unter der Leitung von Anja Kozik zahlreiche Stücke, die auch national und international zu sehen waren. Daneben arbeiten die Tänzer der Company regelmäßig in anderen Konstellationen und Künstlernetzwerken teils renommierter Choreografen oder laden befreundete Tänzer zu kleinen Produktionen ein. Unter dem Titel „Oxy and friends“ stellt die Gruppe diese Arbeitsergebnisse in unregelmäßiger Folge vor. Zur Festival-Session präsentiert Oymoron ein kleines best off der Reihe mit folgenden Arbeiten: „under pressure“
von Jörg Schiebe / Tanz: Timo Draheim
„And What Happens After“
Choreografie: Denis Kuhnert / Tanz: Julio Cesar Iglesias (Havanna), Christine Joy Alpuerto Ritter (Potsdam)
“Der Tod und das Mädchen”
Choreografie: Anja Kozik Tanz: Agnes Wrazidlo, U-gin Boateng
“Neue Arbeit”
Choreografie: Anja Kozik Tanz: Prince, Christine Joy Alpuerto Ritter
21. Mai Fr 20:00
T-Werk
DIE KUNST DES AUGENBLICKS
Unentdecktes, Experimente, Improvisationen mit Julyen Hamilton [London/Barcelona]: The Immaterial World Stephanie Maher [Stolzenhagen], Kai Grothusen [Berlin], Tove Sahlin und Dag Andersson [Stockholm]: Arbeiten des Ponderosa 10 days artists’ exchange 2010 Anne Sophie Malmberg, Annika Nilsson & Johanna Chemnitz [Berlin]: Filmprojekt “Stolzenhagen Princes No.1, 2 & 3″
Das letzte Wochenende des Festivals widmet sich vor allem der Improvisation in Tanz und Performance. Neben Contact-Jam und Talk-Runden stellen sich international bekannte Künstler mit neueren Arbeiten vor, die vor allem durch und in Improvisation entstehen. Genießen Sie mit Ihnen das Unbekannte, die Suche und das Wagnis, den Moment des Entstehens und Vergehens und die besondere Unmittelbarkeit des Theater-Ereignisses, das sich zwischen Tänzer und Zuschauer in und über Improvisation einstellt.
Wir erwarten erfahrene, elektrisierende und kraftvolle Tanzstimmen wie Julyen Hamilton, einen der großen Lehrer, Tänzer und Poeten der improvisierten Performance, und Künstler des Projektes Ponderosa mit einem Quartett zu Popkultur, Liebesliedern und „gendertrouble“ und einem Film mit tanzenden Prinzen im Oderbruch. Dauer: ca 90 Min. Internet: www.julyenhamilton.com, www.ponderosa-dance.de
Mai Fr 21. und Sa 22. 20:00
fabrik, große Bühne
CRYSTAL PITE / KIDD PIVOT FRANKFURT RM [VANCOUVER, FRANKFURT/M]
Dark Matters
Mit „Dark Matters“ beweist Crystal Pite erneut szenischen Einfallsreichtum, Sinn für Humor und eine „unheimliche Fähigkeit, sich abstrakte intellektuelle Ideen vorzunehmen und ihnen eine lebendige, physische Form zu verleihen“, die ihr Publikum begeistert. Für die Kanadierin liegen das Unbegreifbare des Universums und der menschlichen Psyche nahe beieinander. Hier wie da gibt es unbekannte Kräfte, die wir nur ahnen, aber nicht (be)greifen können. Neben Elementen des Kabuki-Theaters, dynamischen Choreografien von spannungsgeladener Emotionalität und einer nahezu epischen Sound-Komposition sind es vor allem auch die brillanten TänzerInnen des Ensembles, die das Stück zu einer berührenden und vielgestaltigen Ode an die Schönheit und Zerbrechlichkeit unseres Daseins machen. Crystal Pite tanzte beim Ballett British Columbia und bei William Forsythe, bevor sie begann, für namhafte Kompanien wie das NDT1, das Cullberg Ballet und Ballet Jazz de Montréal zu choreografieren. Ihre Arbeiten wurden mehrfach prämiert. 2001 gründete sie ihre eigene Gruppe „Kidd Pivot“ in Vancouver und ist seit 2010 Leiterin der „Kidd Pivot Frankfurt RM“.
Fr 21.5. 22:00 Zuschauergespräch mit Crystal Pite
Choreografie: Crystal Pite
Tanz: Eric Beauchesne, Peter Chu, Yannick Matthon, Crystal Pite, Sindy Salgado, Jermaine Spivey
Musik: Owen Belton
Licht: Rob Sondergaard
Bühne: Jay Gower Taylor
Kostüm und Bühnenelemente: Linda Chow
Requisite: Robert Lewis
Text: Auszüge aus dem Gedicht über die Katastrophe von Lissabon von Voltaire
Stimme: Christopher Gaze
Eine Produktion von Kidd Pivot und Dance Victoria, NAC Ottawa, L’Agora de la danse (Montréal) und Arts Partners in Creative Development. Mit der Unterstützung des Canada Council for the Arts. Die Kompanie wird unterstützt durch den Kulturfonds Rheinmain. Das Gastspiel der Kompanie wird gefördert durch das Nationale Performance Netzwerk (NPN). Dauer: 120 min. Internet: www.kiddpivot.org
22. Mai 21:30 Zuschauergespräch mit Oxy and Friends
Dauer: ca 90 Min. Internet: www.waschhaus.de
6. KINDER- UND JUGENDTANZTAGE
23. Mai 10:00 bis 19:00
fabrik, T-Werk, Studiohaus und rund um die fabrik
TANZTAGE FAMILIENFEST
Riesige Seifenblasen ziehen bunt schimmernd und lautlos ihre Bahn über dem Garten der fabrik, aus dem Tanzstudio klingen selbstgemachte Kinderlieder, der Zappel‐Liedermacher Robert Metcalf packt gerade Hut und Koffer aus… und kugelt da etwa ein Clown über die Wiese? Kunterbunt und an allen Ecken voller Bewegung wird es zum Familientag des Festivals. Ein Tanzparcours für die Eltern, Omas, Opas, große und kleine Geschwister und natürlich für Eure Freunde lässt Arme, Beine und Bäuche tanzen. Luciano Leao bringt Brasiliens Musik und Capoeira‐ Rhythmen auf die Wiese und balanciert als Clown auf Händen und Füßen. Robert Metcalf lädt zu einem neuen Programm mit spannenden Mitmach‐Liedern ein und auf der Theaterbühne ist zu erleben, wie eine Entdeckungsreise durch unsere Körper zur Musik von Madonna aussehen kann. Acht Jugendliche haben dazu gemeinsam mit den Tänzern Odile Seitz und Frédéric Gies aus
Frankreich seit Anfang des Jahres ein Tanzstück entwickelt und das heißt einfach „Dance“ – wie denn sonst!
Willkommen zum Tanztage-Familienfest in der Schiffbauergasse.
PROGRAMM:
10:00 – 12:00 Studiohaus: Tanzparcours mit Live Musik
10:00 – 12:00 Studio 6: Workshop für Eltern mit Robert Metcalf*
ab 13:00 fabrik Garten: Die Welt der Seifenblasen mit Piotr Pan
ab 14:00 fabrik Garten: Capoeira-Clown mit Luciano Leao
ab 15:00 fabrik Garten: Capoeira zum Mittanzen mit Luciano Leao
16:00 – 17:00 fabrik Café: Konzert mit Robert Metcalf
ab 17:00 fabrik Garten: Familienparty
18:00 T-Werk: Dance (Practicable)
*mit Anmeldung: 15 €
Präsentiert von: Gewoba und Pro Potsdam
6. KINDER- UND JUGENDTANZTAGE
Preisgruppe D (gilt für Familientag)
23. Mai . 18:00
T-Werk
ODILE SEITZ & FRÉDÉRIC GIES (BERLIN)
DANCE (Praticable)
Tanzprojekt für Jugendliche (12 – 19 Jahre)
Dance (Praticable) ist eine brillante Reflexion über den Zusammenhang von Zustand und Form, ein schlaues Community-Projekt, das ein radikales Choreografiekonzept verfolgt. Der in Berlin lebende Choreograf Frédéric Gies hat eine Partitur für eine Tanzperformance geschrieben. Diese notierten „Anweisungen zum Tanz“ unterteilen die Aufführung in Kapitel, in denen das Innere des Körpers zum Impulsgeber für Tanz und Bewegung wird. Odile Seitz, selbst Mittänzerin in den ersten Aufführungen des Projektes, hat nun „Dance (Praticable)“ über den Zeitraum von acht Monaten mit Potsdamer Jugendlichen neu erarbeitet. In der Zusammenwirkung der neun Tänzern entsteht zur Musik von Madonna ein Stück, das in jeder Aufführung in der Form anders, in der Struktur jedoch gleich ist.
Konzept und Partitur: Frédéric Gies (nach einem Vorschlag von Alice Chauchat)
Choreografie und Tanz: Christina Amrhein, Leonore Hecht, Anat Homm, Paul Homm, Oskar Preißler,
Constanze Rocksch, Lina Rothaug, Justin H.G. Schummerohn, Hannah Tröger
Künstlerische Leitung: Odile Seitz
Musik: Madonna
Eine Produktion der fabrik Potsdam im Rahmen von Tanzplan Potsdam: Artists-in-Residence.
Dauer: 55 min. Internet: www.dancepraticable.net
KONZERTE UND BÄLLE
Kein Tanzfestival ohne die richtige Party- und Musikatmosphäre! Dafür sorgen dieses Jahr Musiker aus Italien, Russland, Dänemark, Rumänien, den USA, Berlin und Potsdam mit Club- und Open-Air-Konzerten und großem Swingball.
13. Mai 21:30 fabrik club
KLEINER SWINGBALL MIT DEM MÜCKENHEIMER TRIO [POTSDAM]
Ein groovender Mix aus Country, Swing und Punkrock mit lateinamerikanischen Einflüssen und hin und wieder ein Ausflug auf den Balkan erwarten uns beim Mückenheimer Trio, Potsdams Starorchester in Sachen alternativer Tanzmusik.
Fr 14. 20:00 Uhr Waschhaus / Arena Foyer
HavelHop Swing Eröffnungsparty
Fr 14. 21:30 fabrik club
KARL HLAMKIN und das INFLAMMABLE Orchestra (Moskau)
Zum dritten Mal in Folge ist die fabulöse Live-Band aus Russland zu Gast beim Festival. Karl Hlamkin und seine sieben Kollegen spielen mit unglaublicher Lust und Freude – und das wirkt extrem ansteckend! Wer da nicht tanzt ist selbst schuld. Oder auf dem falschen Konzert. Hyperpositive Musik, zusammengemischt aus Straßensongs, zeitgenössischem Kabarett und energiegeladenen moldawischen Klezmer- und Latino- Rhythmen.
www.myspace.com/hlamkin
Sa 15. 20:00 Schinkelhalle
GROSSER SWINGBALL
LENARD STREICHER und die SWINGIN’ BALLROOM BAND (Berlin), Showdance & DJs Den legendären Swingball – Höhepunkt des internationalen Lindy Hop Treffens HAVELHOP – begleiten der Berliner Sänger und Entertainer Lenard Streicher und die Swingin’ Ballroom Band. Lenard ist bekannt für seine einzigartige Mischung aus Swing, Jive, Boogie und Rock’n’Roll sowie sein wunderbar lockeres Las- Vegas-Entertainment à la Frank Sinatra, Dean Martin, Louis Prima oder Cab Calloway.
Mit leichtem Augenzwinkern und einer gehörigen Portion Ironie wird die Musik der 40er und 50er Jahre wieder lebendig und neu interpretiert. Neben den 140 Gästen der internationalen Swing-Jam erwarten wir Show-Tanzeinlagen der Lehrerteams und jede Menge Tanzmusik. Garantiert bestes Tanzvergnügen! (unbedingt Karten sichern)
www.lenardstreicher.de
So.16. 20:00 Uhr fabrik club
Swing-Jam Abschlussparty
Mo 17. 21.00 fabrik club
AUCAN (Brescia)
Am Montag wird es kraftvoll! Instrumental Post Rock bringen Aucan aus Italien und da triftt Präzision auf Power. Eine ausgefeilte instrumentale Kombination aus Gitarren, Schlagzeug, synthetischem Glockenspiel und elektrischen Arrangements. Wuchtige Schläge und bratzige Riffs sind Trumpf, wobei der Furor durch mathematische Formeln in rhythmische Zickzackmuster gebändigt wird und punktgenau seine Energie ins Ziel bringt. Aucan schaffen es, Kontrolle über ihr eigenes abstraktes Schaffen zu gewinnen. www.myspace.com/aucan
Mi 19. 21:30 fabrik club
Afenginn (Kopenhagen)
Bastard Ethno aus Dänemark
Fusion, Gypsy Jazz, Nordic Folk, orientalische und klassische Kompositionen – Afenginn treffen genau die richtige Balance zwischen Genie und Wahnsinn. Ihre Auftritte sind eine wahre Berg- und Talfahrt zwischen Highspeed und Trauerlied. Energiegeladen, melancholisch, mitreißend und einzigartig! „Wie das dänisch-finnische Quintett seine Fusion von skandinavischer Folklore und jüdischer Musik- Tradition mit punkartiger Energie auf die Bühne bringt, lässt den Zuhörern Flügel wachsen“, jubelt das Online-Magazin geiger.dk und der amerikanische Jazzreview legt nach: „Bei Afenginn geht es um die Freude, das Leben zu genießen. Und mit ihrer ansteckenden Art ist nur der Himmel die Grenze.“
www.afenginn.dk/
Do 20. 21:30 fabrik club
HOLLOYS (Los Angeles)
Verschiedene kulturelle Traditionen und musikalische Genres kulminieren in einer beatlastigen Mischung aus Trance, Dance, Afropop-Polyrhythmen, Neo-prog, Electronica und Popmelodien. Das aktuelle Werk der Mannen um Jim Brown ist eine Rückbesinnung in Richtung Stimme und Tanzbarkeit. Charakteristisch für ihre groovigen Sounds ist die Besetzung mit zwei Schlagzeugen, Kontrabass, Gitarre, Trompete und Synthesizer. Ein sich ununterbrochen dynamisch entwickelnder Sound, gekennzeichnet durch Techniken und Einflüsse der Avantgarde.
www.myspace.com/holloys
Fr 21. 21:30 Schinkelhalle
Hasenscheisse (Potsdam)
Eine akustische Achterbahnfahrt von lagerfeuertauglicher Liedermacherromantik über delikat gezupften Reggae-Schlager und roh geschrammelten Mittelalter-Punkrock bis hin zu tavernentauglichen Patchanka- Krachern – alles durchdrungen von herrlich absurden wie treffenden Texten. So zum Beispiel dem präzisen, im juten alten Berlinerisch jesungenen, Porträt eines ganzen Menschenschlages: dem Mann am Grill! Hasenscheisse lassen nüscht anbrennen und zeigen der musikbegeisterten Welt mit der Karotte im Anschlag, wozu Berlin, ….Verzeihung… Potsdam in der Lage ist. Janz großet Kino! www.hasenscheisse.com/
Karten & Information
KARTENVORVERKAUF
ONLINE TICKETS zum Selbstausdrucken: www.fabrikpotsdam.de
KARTENTELEFON: 0331 240923
Bis zum 7. Mai: Mo bis Fr 14:00 – 17:00
Ab dem 10. Mai: Täglich 14:00 – 19:00
Über das Kartentelefon können Sie Karten per Lastschriftverfahren erwerben (gebührenfrei). Die Karten
werden per Email zum Selbstausdrucken verschickt.
VORVERKAUFSSTELLEN: fabrik Potsdam (tägl 14:00 – 19:00), Hans-Otto-Theater, PNN-Shop im Karstadt,
MAZ Ticketeria und an fast allen Theaterkassen in Berlin und Potsdam.
ABENDKASSE: Die Abendkasse öffnet 60 Min. vor Veranstaltungsbeginn. Keine Reservierung für die
Abendkasse möglich.
PREISE:
Tickets im Vorverkauf bis 2 Stunden vor Vorstellungsbeginn:
Preisgruppe A: 25,00 / erm. 15,00 / bis 16 Jahre 11,00
Preisgruppe B: 19,00 / erm. 12,00 / bis 16 Jahre 8,00
Preisgruppe C: 12,00 / erm. 8,00 / bis 16 Jahre 4,00
Preisgruppe D: 7,00 / erm. 5,00 / bis 16 Jahre 4,00
Tickets an der Abendkasse:
Verfügbare Tickets werden an der Abendkasse zum Vorverkaufspreis zuzüglich 2,00 EUR verkauft.
Für Konzerte und Partys gilt der Preis wie im Vorverkauf.
Festivalticket:
Das Festivalticket berechtigt zum Besuch aller Aufführungen, Partys und Konzerte mit Ausnahme der Aufführung „Rosas danst Rosas“ am 19. Mai im HOT. Das Festival-Ticket kann im Vorverkauf in der fabrik Potsdam oder an der Abendkasse erworben werden. Es wird empfohlen, die einzelnen Karten spätestens bis 24 Std. vor Vorstellungsbeginn abzuholen oder zu reservieren. Nur frühe Buchung, am Besten mit dem Erwerb des Festivaltickets, sichert die Plätze. Reservierungen verfallen 30 Min vor Beginn der Veranstaltung. Das Festivalticket ist nicht übertragbar und nur gültig im Zusammenhang mit einem Lichtbildausweis.
(normal 70 € / ermäßigt 45 €)
KONTAKT
fabrik Potsdam
Internationales Zentrum für Tanz und Bewegungskunst
Schiffbauergasse 10
PF 600 607
14406 Potsdam
Email: contact@fabrikpotsdam.de
www.fabrikpotsdam.de




