„Potsdam 2011 – Stadt des Films“ geht zu Ende +++ Landeshauptstadt zieht positive Bilanz +++ Jakobs: “Allen gebührt Anerkennung”
1.Dezember 2011 | Kategorie: Top-Story
Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs und Filmpartner nutzten am 1. Dezember 2011 im Rahmen der Vorstellung des Dezember-Filmschauplatzes die Gelegenheit, eine Bilanz des Potsdamer Filmjahres zu ziehen. In Anwesenheit von Vertretern wichtiger Filmpartner stellte Jann Jakobs fest: „Das Filmjahr der Landeshauptstadt Potsdam war ein sehr erfolgreiches Themenjahr. Mehr als 180 Projekte wurden von insgesamt 80 Partnern veranstaltet. Dies verdeutlicht eindrucksvoll, dass Film ein fester und unverwechselbarer Bestandteil der Marke Potsdam ist. Dem Zusammenwirken ganz unterschiedlicher Partner ist dieser Erfolg zu verdanken. Allen Akteuren gebührt meine Anerkennung. Ich hoffe sehr, dass auch in Zukunft das Medium Film für die Einwohner und Gäste Potsdams präsent bleibt.“
In diesem Zusammenhang hob Jakobs hervor, dass er sich sehr über die am 18. November stattgefundene Preisverleihung im Rahmen der 19. ITVA-Award-Gala des Integrated TV & Video Association e.V. in der Metropolis Halle freue. In der Kategorie 7„Medieneinsatz bei Events“ erhielt die Landeshauptstadt Potsdam für die Filmvorführungen an Originalschauplätzen und den übergreifenden Marketingansatz im Filmjahr einen Sonderpreis in Gold.
Die Hauptakteure des Filmjahres, die Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) „Konrad Wolf“, das Filmmuseum Potsdam und der Filmpark Babelsberg schließen sich in ihrer Einschätzung dem Resümee des Oberbürgermeisters an.
Prof. Dr. Wiedemann, Präsident der HFF: „Das Jahr hat zu einer
Selbstvergewisserung in Potsdam geführt, dass wir auch eine Filmstadt
sind. Bezogen auf die eingesetzten Mittel war das Filmjahr ein Erfolg,
dank auch der Arbeit eines hochmotivierten Teams.“ Die HFF
organisierte und unterstützte mehrere Veranstaltungen. Die Ausrichtung
wissenschaftlicher Tagungen und Kongresse standen dabei im Mittelpunkt.
Das internationale Studentenfilmfestival „sehsüchte“ wurde bereits zum
40. Mal durchgeführt.
„Für das Filmmuseum Potsdam ist das Themenjahr Film in der Stadt
Potsdam und bei Kulturland Brandenburg ein Segen. Die Botschaft, dass
Potsdam eine Filmstadt war und ist, Brandenburg voller Drehorte für
historische und neue Filme war und ist, hat Zehntausende erreicht. Die
Schauplätze des Monats und die anschließende Filmvorführung in unserem
Kino, auch nach Open-Air-Vorstellungen an Originalschauplätzen, haben
Besucher begeistert und für Filme interessiert, die sie sich sonst
sicher nicht angesehen hätten. Seit knapp einem Monat zeigen wir die
Ausstellung ´TRAUMFABRIK – 100 Jahre Film in Babelsberg´, eine
permanente Schau im Marstall neben dem emporwachsenden Landtagsgebäude,
die dafür sorgen wird, dass 2012, wenn Studio Babelsberg am 12. Februar
2012 des 1. Drehtags 1912 gedenken wird, auch viele internationale
Berlinale-Besucher den Weg nach Potsdam finden werden. Nachhaltigkeit?
Die Ausstellung sorgt dafür und sicher behalten auch die
Verantwortlichen in der Stadt das Thema im Auge, denn dessen Erfolg hat
doch manchen freudig überrascht.“, so die Direktorin des Filmmuseums
Bärbel Dalichow.
Für Friedhelm Schatz, Geschäftsführer vom Filmpark Babelsberg, war und
ist Potsdam eine Film- und Medienstadt und wird es auch in Zukunft immer
sein: „Das Filmjahr hat mit diversen Veranstaltungen das nochmals
deutlich herausgestellt und in Erinnerung gerufen. Wir haben gerne die
Agentennacht auf der Glienicker Brücke, zusammen mit dem Deutschen
Filmorchester Babelsberg, ausgerichtet. Rund 10 000 Besucher vor blutrot
untergehender Sonne bildeten einen dramatischen Rahmen. Das Fest ´100
Jahre Film- und Medienstadt Babelsberg´ in der Metropolis Halle hat
gezeigt, wie sehr Menschen, die sonst nicht im Rampenlicht stehen, den
Standort Babelsberg und somit auch die Stadt Potsdam zu diesem Thema
mitgeprägt haben. Das Thema Film und Medien wird uns auch noch die
nächsten 100 Jahre begleiten.“
Zu den Highlights des Jahres gehörten zudem die UFA-Filmnächte vor der
Orangerie im Park Sanssouci. Kristian Müller, Leiter der
Unternehmenskommunikation der UFA: „Mit den UFA Filmnächten, bei denen
wir Filmklassiker der Weimarer Zeit vor großer Kulisse und musikalisch
begleitet vom Deutschen Filmorchester Babelsberg zur Aufführung
brachten, wollten wir auch die Avantgarde der Filmkunst ehren, die
damals für die historische UFA tätig war. Die Filmkunst dieser Zeit
prägt bis heute das Filmschaffen massiv, unabhängig von allen
technischen oder zeitgeistlichen Entwicklungen. Wir haben uns sehr
gefreut, dass mit insgesamt über 1.800 Besuchern die UFA Filmnächte die
erhoffte positive Resonanz gefunden haben und denken über eine
Fortsetzung auch über das Jahr des Films hinaus nach.“
Das Deutsche Filmorchester Babelsberg überzeugte in zahlreichen
Veranstaltungen sowohl in seiner Spezialisierung als auch in seiner
Vielseitigkeit. Die Besucher konnten sich neben den bereits erwähnten
Freilichtveranstaltungen in mehreren Film-Live-Konzerten im Nikolaisaal
Potsdam oder am UNESCO-Tag der Landeshauptstadt Potsdam in der
Schiffbauergasse vom Leistungsspektrum des Orchesters überzeugen, das
mittlerweile auf eine über 90 Jahre alte Geschichte zurück blicken kann.
„Das Filmjahr unterstützte die erfolgreiche Rückkehr nach Potsdam. Wir
sind endgültig wieder angekommen“, resümiert Intendant Klaus-Peter
Beyer.
Zur Bilanz gehören:
Die Ausstellung „Gesichter einer Filmstadt“ im Stadthaus mit Fotos
des Potsdamer Fotografen Manfred Thomas und der Neujahrsempfang des
Oberbürgermeisters. Es folgten neben den bereits genannten
Veranstaltungen zahlreiche weitere Projekte ganz unterschiedlicher
Akteure.
So zum Beispiel wurde das 17. Jüdische Filmfestival gefeiert.
Die Kinderfilmuniversität Potsdam-Babelsberg, die seit 2007 von der
Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Kooperation mit den
Thalia Programmkinos Potsdam veranstaltet wird, erhielt in Nürnberg für
die Vermittlung des Themas Film, u.a. in Kind gerechten Vorlesungen und
praktischen Workshops, den Dieter Baacke Preis.
Das museum FLUXUS+ tauchte in die Welt des Films ebenso ein wie
das Nachtboulevard des Hans Otto Theaters oder
der Potsdam Tourismus Service mit seinen Rundgängen zur Babelsberger
Filmgeschichte. Insbesondere die Radtour „Beverly Hills &
Agentenaustausch“ hat vom Themenjahr profitiert. Sie konnte eine
Teilnehmersteigerung von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
verzeichnen.
Ganz im Zeichen des Films stand der Wirtschaftsball der IHK und die
Potsdamer Wohnungsbaugesellschaften unterstützten
Freilichtkinoveranstaltungen.
Der Verkehrsbetrieb Potsdam setzte ihre Film-Straßenbahn auf die
Schiene.
Der Filmpark lockte zahlreiche Besucher mit der StarTreck
Ausstellung.
Das „Potsdamer Filmcaching“, ein Projekt des Lindenparks, wurde
ebenso begeistert angenommen wie das
1. Internationale Kurzfilmfestival des Babelsberger Filmgymnasiums.
Die Galerie Ruhnke lud zu einem „Langen Wochenende der internationalen
Videokunst“ ein, in der Galerie Sperl war die Ausstellung „RUNNING
DIRECTION – Regisseure im Zeitraum“ und im Kunstraum Potsdam die
Ausstellung „Von der Muse doppelt geküsst“ mit Werken von Armin
Mueller-Stahl und Jürgen Böttcher-Strawalde zu sehen.
Das Bürgerfest in der historischen Innenstadt am 30.Juli wurde
erstmalig zur Film-Erlebnisnacht.
Das Filmmuseum Potsdam und das Bundesarchiv-Filmarchiv gaben die DVD
„Potsdam Wiederentdeckt“ Teil 2 heraus.
12 Potsdamer Schulen erstellten mit Unterstützung von Medienpädagogen
der Medienwerkstatt Potsdam und 16 Filmpaten der deutschen Filmakademie
zum Thema „FreiTag“ Filme.
„Lizenz zum Forschen! Film- und Fernsehexperimente“ und „3D-Bilder
wie im Kino – Forscherkinder voll in action“ lauteten die
Themenangebote im Extavium Potsdam.
Die speziell von der Weißen Flotte angebotenen Film-Bootstouren, die
Winteroper von Regisseur Andreas Dresen, die Verleihung des Deutschen
Preises für Synchron im Nikolaisaal und zahlreiche andere
Veranstaltungen trugen zum Erfolg des Themenjahres in der
Landeshauptstadt Potsdam bei.
Vom 4. Dezember bis zum 15. Januar 2012 ist die Kinematografische
Installation und Ausstellung ´Alias Yederbeck´ in der Schinkelhalle und
im Kunstraum Potsdam in der Schiffbauergasse zu sehen.
Das Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes
Brandenburg zieht ebenfalls eine positive Bilanz. Es hat sich am
Themenjahr mit 150.000 Euro Fördermittel beteiligt. Gefördert wurden
acht Projekte, darunter die „Agentennacht“ auf der Glienicker Brücke,
die neue Dauerausstellung des Filmmuseums Potsdam sowie die
UFA-Filmnächte im Park Sanssouci.
Ausblick:
Das Thema Film wird auch im Potsdamer Friedrichjahr 2012 eine Rolle spielen. So werde es, laut Oberbürgermeister Jakobs, Freilichtkinoveranstaltungen an Originalschauplätzen geben. Das Filmmuseum Potsdam zeigt die Ausstellung „Der falsche Fritz – Friedrich II. im Film“, begleitet mit historischen Filmen begleitet.


